Autor: Twentieth Century Fox |
Montag, den 28. November 2011 um 23:06 Uhr Kino - TippThe DescendantsKinostart: 26. Januar 2012
Matt King (GEORGE CLOONEY), Vater zweier Töchter, ist gezwungen, seine Vergangenheit zu überdenken und neu zu bewerten, als seine Frau nach einem Speed-Boat-Unfall vor dem Strand von Waikiki ins Koma fällt. Unbeholfen versucht er, die Beziehung zu seinen Töchtern, der altklugen 10-jährigen Scottie (AMARA MILLER) und der rebellischen 17-jährigen Alexandra (SHAILENE WOODLEY), wieder zu verbessern, während er gleichzeitig mit der Entscheidung ringt, ob er den Grundbesitz seiner Familie verkaufen soll. Von Mitgliedern der hawaiianischen Königsfamilie und Missionaren haben die Kings vor Generationen unschätzbar wertvolles Land erhalten, das zu den letzten unberührten tropischen Strandabschnitten auf den Inseln gehört. Als Alexandra die Bombe platzen lässt und enthüllt, dass ihre Mutter zum Zeitpunkt des Unfalls mitten in einer Affäre mit einem anderen Mann steckte, muss Matt innerhalb einer Woche voller wichtiger Entscheidungen sein Leben, ganz zu schweigen von seinem Vermächtnis, plötzlich mit völlig anderen Augen betrachten. Mit seinen Töchtern im Schlepptau begibt er sich relativ planlos auf die Suche nach dem Liebhaber seiner Frau. Unterwegs, nach Begegnungen der komischen, ärgerlichen und transzendenten Art, wird ihm bewusst, dass er endlich den richtigen Kurs eingeschlagen hat, um sein Leben und seine Familie neu zu ordnen. Fox Searchlight Pictures präsentiert mit THE DESCENDANTS eine Produktion von Ad Hominem Enterprises. Regie führt Alexander Payne, das Drehbuch, eine Adaption des Romans „Mit deinen Augen" von Kaui Hart Hemmings, schrieben Alexander Payne, Nat Faxon und Jim Rash. George Clooney führt das Ensemble an, das Shailene Woodley, Beau Bridges, Robert Forster, Judy Greer, Matthew Lillard, Nick Krause, Amara Miller, Mary Birdsong, Rob Huebel und Patricia Hastie komplettieren. Zum Kreativteam gehören auch die Produzenten Jim Burke, Alexander Payne und Jim Taylor, Kameramann Phedon Papamichael, A.S.C., Produktionsdesignerin Jane Anne Stewart, Cutter Kevin Trent, A.C.E., Kostümdesignerin Wendy Chuck, Koproduzent George Parra, Music Supervisor Dondi Bastone sowie Richard Ford, der als Ausführender Produzent den Soundtrack des Films betreute.
Matt King, gespielt von George Clooney, ist wie die Figuren aus Alexander Paynes früheren Filmen ein Mensch mit Fehlern, der in einer verrückten Welt seinen Weg zu finden versucht. Er ist weder ein Held noch ein Antiheld. Er ist nicht der Mann, der er eigentlich sein möchte, in diesem Punkt gleicht er dem missgünstigen Lehrer, den Matthew Broderick in ELECTION („Election", 1999) spielt, Jack Nicholsons Rentner in ABOUT SCHMIDT („About Schmidt", 2002), für den das Glas immer halbleer ist, und dem verwirrten, durchs kalifornische Napa Valley fahrenden Weintouristen, den Paul Giamatti in SIDEWAYS („Sideways", 2004) darstellt. Seine gewieften und gewitzten Töchter vertrauen ihm nicht, seine ins Koma gefallene Frau hat ihn betrogen und seine Cousins, die pleite sind, sehen in ihm und dem Land, das er treuhänderisch verwaltet, ein Sparschwein. Um das Ganze noch schlimmer zu machen, ist Matt King von einer üppigen, fruchtbaren und verblüffend schönen Landschaft umgeben, die so gar nicht zu seinem Gefühlschaos zu passen scheint. All das löst in Matt ein Gefühlschaos aus, das zu manchmal peinlichen und absurden, manchmal aber auch nur zu komischen Situationen führt. Letztendlich ändert sich Matts Sicht auf die Liebe und das Leben und dies bringt ihn dazu, neu zu definieren, was es heißt, ein Vater und ein Mann zu sein. Alexander Payne fühlte sich schon immer von diesen merkwürdigen Situationen im Alltag angezogen, die man im gleichen Atemzug als komisch, niederschmetternd und aufschlussreich erleben kann. Als er „The Descendants" („Mit deinen Augen"), den gefeierten Debütroman von Kaui Hart Hemmings, las, zogen ihn die starken Kontraste des Buchs sofort an. Es ist das Porträt eines Mannes, der sich mit einigen der schlimmsten Nachrichten, schwierigsten Menschen und problematischsten Entscheidungen seines Lebens auseinandersetzen muss. „Der Roman sprach mich an, weil er eine sehr emotionale Geschichte an einem exotischen Schauplatz entfaltet", erklärt Alexander Payne. „Man hätte diese Geschichte vielleicht auch an einem anderen Ort erzählen können, aber genau dieser ungewöhnliche Schauplatz in Hawaii mit seiner Oberschicht von Grundbesitzern machte für mich den Reiz dieses Buchs aus. Diese sozialen Strukturen sind typisch für Hawaii, gleichzeitig aber auch von allgemeiner Gültigkeit."
Kaui Hart Hemmings verflocht in ihrem Roman die hawaiianische Kultur mit der Geschichte eines verunsicherten und bestürzten Mannes, der auf seine Erlösung hofft. Das gelang ihr so gut, weil sie als Stieftochter von Fred Hemmings Jr, eines bekannten Surfchampions und Lokalpolitikers, selbst nicht gerade in einer konventionellen hawaiianischen Familie aufwuchs. Als sie ihre ersten Kurzgeschichten zu schreiben begann, verschmolz sie darin bestimmte Themen, erzählte von Familie, Heimat, von Geschichte und Erbe. Der Roman „The Descendants" („Mit deinen Augen") nahm seinen Anfang mit einer Kurzgeschichte, die unter dem Titel „The Minor Wars" veröffentlicht wurde. Ursprünglich gehörte die Erzählerstimme der jüngsten Tochter Scottie, dann aber entschied sich Hemmings für einen kreativen Sprung, der für eine junge Autorin sehr gewagt war: Sie übernahm einen männlichen Blickwinkel und erzählte die Geschichte aus der Perspektive von Matt King, einem Mann mittleren Alters. Das änderte alles. Die Kurzgeschichte und schließlich auch der Roman drehten sich nun nicht mehr nur um einen Familienclan aus eingefleischten Individualisten, die nur ihren Weg gingen, sondern auch um einen Vater, der lernte, an seiner Familie festzuhalten. „Sobald ich Matt zum Erzähler gemacht hatte, fand die Geschichte ihren Rhythmus", erinnert sich Hemmings. „Für ihn steht so viel auf dem Spiel, sein Einsatz ist am höchsten."
Durch diesen Aspekt wurde Hemmings Roman noch vielschichtiger. Denn so macht sich Matt nicht nur Gedanken, was seine Frau hinter seinem Rücken getan hat oder wie er seine Töchter allein großziehen soll, sondern auch darüber, wie sein Leben vielleicht von seinen hawaiianischen Vorfahren oder seinen eigenen Nachkommen gesehen und beurteilt werden könnte. Als das Buch 2009 veröffentlicht wurde, wurde es von der Kritik auf Anhieb gefeiert. Das ehrwürdige Wochenmagazin The New Yorker schwärmte davon, wie „virtuos Hemmings die Stimme ihres verwirrten Helden mittleren Alters fand und steuerte, wenn er zwischen Verbitterung und Sentimentalität schwankte und sich auf dem Weg nach Erlösung sogar über sich selbst lustig machte." Als Hemming hörte, dass Alexander Payne Interesse daran zeigte, ihren Roman zu adaptieren, konnte sie es kaum glauben. „Ich bin vor Aufregung fast gestorben", erinnert sie sich mit einem Lachen. „Was soll ich sagen, er ist mein Lieblingsregisseur, ich liebe die Filme, die er dreht." Nachdem sie für die Adaption von Kaui Hart Hemmings' Roman mit vielen Drehbuchautoren gesprochen hatten, entschieden sich die Produzenten der Produktionsgesellschaft Ad Hominem Enterprises für das Autorenduo Nat Faxon und Jim Rash. Faxon und Rash, wunderbare Schauspieler, die zum festen Inventar des Groundling Theater gehören, hatten mit THE WAY BACK ein viel bewundertes Drehbuch geschrieben. Dieses Skript deutete bereits an, dass sie mit wechselnden Erzähltönen zwischen Humor und Pathos umgehen konnten. Und das war die Voraussetzung für die Adaption von „The Descendants". Jeder, der ihre elegante Adaption gelesen hatte, bewundert sie. Als sich aber Alexander Payne entschloss, bei diesem Projekt Regie zu führen, entschloss er sich, selbst das Drehbuch zu verfassen. Denn das war für ihn der beste Weg, einen persönlichen Zugang zu dem Stoff zu finden.
In seiner Fassung fokussierte sich Payne auf zwei Reisen, die sich nahtlos ineinanderfügten – auf die Reise der King-Familie nach Kauai, wo sie sich auf die Suche nach Elizabeth Kings ahnungslosem Liebhaber begeben, und auf die Wallfahrt verschiedener Freunde und Verwandter ans Krankenbett von Elizabeth. Die im Koma liegende Elizabeth fungiert dort quasi als Auslöser großer Beichten, es kommen Geheimnisse und unterdrückte Gefühle an die Oberfläche, die sonst vielleicht nie enthüllt und gezeigt worden wären. „Zu den vielen Dingen, die wir auf Hawaii gelernt haben, gehört auch die Tatsache, dass die Menschen ihre Wurzeln hier besser kennen, als an anderen Orten", erklärt Produzent Jim Burke. „Jeder weiß hier genau, wann seine Familie zum ersten Mal den Fuß auf hawaiianischen Boden setzte, manchmal reichen die Wurzeln bis zu sechs oder sieben Generationen zurück. Deshalb fühlen sie sich diesem Ort sehr eng verbunden. Das alles haben wir aus unseren Begegnungen mit echten Nachfahren dieser Urankömmlinge erfahren, viele von ihnen haben Land auf die gleiche Weise geerbt wie Matt." Kaui Hart Hemmings war von der Adaption ihres Romans beeindruckt: „Ich machte mir über Alexanders kleine Änderungen keine Gedanken, denn den Ton meines Buchs hat er exakt getroffen, und genau das war mir wichtig. Er verstand genau, dass die Geschichte gleichzeitig komisch und traurig war. Mir gefiel es auch sehr, dass er so viel Zeit investierte, Hawaii wirklich kennen zu lernen." Von Beginn an hielten es Payne und sein Produktionsteam für unverzichtbar, sich weit von den Wegen zu entfernen, die Touristen üblicherweise einschlagen und das authentische Hawaii kennen zu lernen, wie es nur die Einheimischen zu Gesicht bekommen. Als sie das schließlich taten, entwickelten sie ein feineres Verständnis dafür, welche Bedeutung der Begriff „Nachkomme" auf einer Insel hat, auf der Vorfahren schon immer ein wichtiges Bindeglied in die Gegenwartsgeschichte waren. Mit diesem Verständnis fiel es dann auch leicht, Matts Entwicklung in den Fokus zu rücken. Matt King erkennt, dass er die emotionale Verbindung zu sich selbst, seinen Wurzeln, zum Land seiner Vorfahren, seiner Vergangenheit aber auch zu seiner Zukunft verloren hat.
Hemmings verschaffte Payne auch einfühlsam Einblicke in die faszinierende Mischung aus amerikanischer und hawaiianischer Kultur, die das Leben auf den Inseln so durchdringt und inspiriert – von der Politik über die Traditionen bis hin zu Beziehungen. „Als wir für den Film auf die Inseln kamen", erinnert sich Produzent Burke, „wurde Hemmings zu einem sehr wichtigen Ansprechpartner für alle Fragen, denn das ist ihre Heimat, sie kennt diese Menschen. Sie stellte sicher, dass alles authentisch war. Gleichzeitig konnte Alexander jede seiner Ideen Kaui vorlegen, um sich zu versichern, dass sie zu diesen Figuren auch passten. Wir wollten ihre Geschichte unbedingt schützen, schließlich glaubten wir an sie." „Wie Alexander Geschichten erzählt, ist absolut einzigartig", fährt Burke fort, der zusammen mit Jim Taylor bereits den fünften Film Paynes produziert. „Man muss nicht darauf aufmerksam gemacht werden, dass man gerade einen Film von Alexander Payne sieht. Trotzdem aber unterscheidet sich jeder seiner Filme voneinander. Meiner Ansicht nach entfernt sich THE DESCENDANTS am weitesten von seinen bisherigen Arbeiten. Klar, erzählt wird eine großartige Geschichte mit großartigen Charakteren. Was aber diesen Film von seinen anderen unterscheidet, ist der große Interpretationsspielraum, den er lässt. Keine der Figuren macht oder sagt das absolut Richtige oder Falsche. Diesen Film wird nicht jeder Zuschauer auf die gleiche Weise betrachten und beurteilen. Dieser Film erlaubt es dem Zuschauer, sich auf seine ganz individuelle Art einzubringen und Zugang zu der Geschichte zu finden."
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