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    Autor: Twentieth Century Fox
  | Montag, den 28. November 2011 um 23:06 Uhr

Kino - Tipp

The Descendants

Kinostart: 26. Januar 2012

tmb Szenenbild 08(1400x933)Alexandra King (Shailene Woodley) und Sid (Nick Krause) Foto: © 2011 Twentieth Century FoxTHE DESCENDANTS ist der neue Film von Alexander Payne, der für das Drehbuch zu seinem Hit SIDEWAYS („Sideways", 2004) mit dem Oscar® ausgezeichnet wurde. Schauplatz der Geschichte ist Hawaii und in ihrem Mittelpunkt steht die völlig unberechenbare Reise einer amerikanischen Familie, die am Scheideweg steht.

Matt King (GEORGE CLOONEY), Vater zweier Töchter, ist gezwungen, seine Vergangenheit zu überdenken und neu zu bewerten, als seine Frau nach einem Speed-Boat-Unfall vor dem Strand von Waikiki ins Koma fällt. Unbeholfen versucht er, die Beziehung zu seinen Töchtern, der altklugen 10-jährigen Scottie (AMARA MILLER) und der rebellischen 17-jährigen Alexandra (SHAILENE WOODLEY), wieder zu verbessern, während er gleichzeitig mit der Entscheidung ringt, ob er den Grundbesitz seiner Familie verkaufen soll. Von Mitgliedern der hawaiianischen Königsfamilie und Missionaren haben die Kings vor Generationen unschätzbar wertvolles Land erhalten, das zu den letzten unberührten tropischen Strandabschnitten auf den Inseln gehört.

Als Alexandra die Bombe platzen lässt und enthüllt, dass ihre Mutter zum Zeitpunkt des Unfalls mitten in einer Affäre mit einem anderen Mann steckte, muss Matt innerhalb einer Woche voller wichtiger Entscheidungen sein Leben, ganz zu schweigen von seinem Vermächtnis, plötzlich mit völlig anderen Augen betrachten. Mit seinen Töchtern im Schlepptau begibt er sich relativ planlos auf die Suche nach dem Liebhaber seiner Frau. Unterwegs, nach Begegnungen der komischen, ärgerlichen und transzendenten Art, wird ihm bewusst, dass er endlich den richtigen Kurs eingeschlagen hat, um sein Leben und seine Familie neu zu ordnen.

Fox Searchlight Pictures präsentiert mit THE DESCENDANTS eine Produktion von Ad Hominem Enterprises. Regie führt Alexander Payne, das Drehbuch, eine Adaption des Romans „Mit deinen Augen" von Kaui Hart Hemmings, schrieben Alexander Payne, Nat Faxon und Jim Rash. George Clooney führt das Ensemble an, das Shailene Woodley, Beau Bridges, Robert Forster, Judy Greer, Matthew Lillard, Nick Krause, Amara Miller, Mary Birdsong, Rob Huebel und Patricia Hastie komplettieren.

Zum Kreativteam gehören auch die Produzenten Jim Burke, Alexander Payne und Jim Taylor, Kameramann Phedon Papamichael, A.S.C., Produktionsdesignerin Jane Anne Stewart, Cutter Kevin Trent, A.C.E., Kostümdesignerin Wendy Chuck, Koproduzent George Parra, Music Supervisor Dondi Bastone sowie Richard Ford, der als Ausführender Produzent den Soundtrack des Films betreute.

tmb Sondermotiv 22(1400x933)Regisseur Alexander Payne, Shailene Woodley und George Clooney Foto: © 2011 Twentieth Century Fox

Matt King, gespielt von George Clooney, ist wie die Figuren aus Alexander Paynes früheren Filmen ein Mensch mit Fehlern, der in einer verrückten Welt seinen Weg zu finden versucht. Er ist weder ein Held noch ein Antiheld. Er ist nicht der Mann, der er eigentlich sein möchte, in diesem Punkt gleicht er dem missgünstigen Lehrer, den Matthew Broderick in ELECTION („Election", 1999) spielt, Jack Nicholsons Rentner in ABOUT SCHMIDT („About Schmidt", 2002), für den das Glas immer halbleer ist, und dem verwirrten, durchs kalifornische Napa Valley fahrenden Weintouristen, den Paul Giamatti in SIDEWAYS („Sideways", 2004) darstellt. Seine gewieften und gewitzten Töchter vertrauen ihm nicht, seine ins Koma gefallene Frau hat ihn betrogen und seine Cousins, die pleite sind, sehen in ihm und dem Land, das er treuhänderisch verwaltet, ein Sparschwein. Um das Ganze noch schlimmer zu machen, ist Matt King von einer üppigen, fruchtbaren und verblüffend schönen Landschaft umgeben, die so gar nicht zu seinem Gefühlschaos zu passen scheint. All das löst in Matt ein Gefühlschaos aus, das zu manchmal peinlichen und absurden, manchmal aber auch nur zu komischen Situationen führt. Letztendlich ändert sich Matts Sicht auf die Liebe und das Leben und dies bringt ihn dazu, neu zu definieren, was es heißt, ein Vater und ein Mann zu sein.

Alexander Payne fühlte sich schon immer von diesen merkwürdigen Situationen im Alltag angezogen, die man im gleichen Atemzug als komisch, niederschmetternd und aufschlussreich erleben kann. Als er „The Descendants" („Mit deinen Augen"), den gefeierten Debütroman von Kaui Hart Hemmings, las, zogen ihn die starken Kontraste des Buchs sofort an. Es ist das Porträt eines Mannes, der sich mit einigen der schlimmsten Nachrichten, schwierigsten Menschen und problematischsten Entscheidungen seines Lebens auseinandersetzen muss.

„Der Roman sprach mich an, weil er eine sehr emotionale Geschichte an einem exotischen Schauplatz entfaltet", erklärt Alexander Payne. „Man hätte diese Geschichte vielleicht auch an einem anderen Ort erzählen können, aber genau dieser ungewöhnliche Schauplatz in Hawaii mit seiner Oberschicht von Grundbesitzern machte für mich den Reiz dieses Buchs aus. Diese sozialen Strukturen sind typisch für Hawaii, gleichzeitig aber auch von allgemeiner Gültigkeit."

tmb Szenenbild 11(933x1400)Matt King (George Clooney) Foto: © 2011 Twentieth Century Fox„Vom Standpunkt des Filmemachers aus betrachtet, war dieser Schauplatz für mich sehr interessant", setzt Payne seine Ausführungen fort. „Denn Honolulu habe ich auf der Leinwand noch nicht gesehen. Filme führen uns nach New York, Chicago, Los Angeles, Miami oder Seattle, nicht aber nach Hawaii. Das Leben und die sozialen Strukturen sind unverwechselbar auf den Inseln und das hat mich fasziniert. Ich liebe Filme, die ein ausgeprägtes Gefühl für den Schauplatz vermitteln. Ich habe mit dem Filmemachen in Omaha begonnen, drehte dann in Santa Barbara und bin jetzt auf Hawaii gelandet."

Kaui Hart Hemmings verflocht in ihrem Roman die hawaiianische Kultur mit der Geschichte eines verunsicherten und bestürzten Mannes, der auf seine Erlösung hofft. Das gelang ihr so gut, weil sie als Stieftochter von Fred Hemmings Jr, eines bekannten Surfchampions und Lokalpolitikers, selbst nicht gerade in einer konventionellen hawaiianischen Familie aufwuchs. Als sie ihre ersten Kurzgeschichten zu schreiben begann, verschmolz sie darin bestimmte Themen, erzählte von Familie, Heimat, von Geschichte und Erbe. Der Roman „The Descendants" („Mit deinen Augen") nahm seinen Anfang mit einer Kurzgeschichte, die unter dem Titel „The Minor Wars" veröffentlicht wurde. Ursprünglich gehörte die Erzählerstimme der jüngsten Tochter Scottie, dann aber entschied sich Hemmings für einen kreativen Sprung, der für eine junge Autorin sehr gewagt war: Sie übernahm einen männlichen Blickwinkel und erzählte die Geschichte aus der Perspektive von Matt King, einem Mann mittleren Alters.

Das änderte alles. Die Kurzgeschichte und schließlich auch der Roman drehten sich nun nicht mehr nur um einen Familienclan aus eingefleischten Individualisten, die nur ihren Weg gingen, sondern auch um einen Vater, der lernte, an seiner Familie festzuhalten. „Sobald ich Matt zum Erzähler gemacht hatte, fand die Geschichte ihren Rhythmus", erinnert sich Hemmings. „Für ihn steht so viel auf dem Spiel, sein Einsatz ist am höchsten."

tmb Szenenbild 12(933x1400)Alexandra King (Shailene Woodley) Foto: © 2011 Twentieth Century FoxDieser Einsatz verleiht dem englischen Originaltitel des Romans eine doppelte Bedeutung, bezieht er sich doch nicht nur auf Kings komischen Abstieg, sondern auch auf seine Entdeckung, was es wirklich heißt, ein Nachkomme hawaiianischer Vorfahren zu sein und darauf, was seine eigenen Nachkommen ihm bedeuten. Hemmings erschuf diese Figur, um mit ihr auf eine markante Untergruppe der hawaiianischen Bevölkerung verweisen zu können. Auf eine Generation, die ihre Wurzeln auf die Misch-Ehen zwischen Mitgliedern des hawaiianischen Königshauses und weißen Missionaren und Grundbesitzern und ihren Reichtum auf die Ausbeutung durch das koloniale Plantagensystem auf Hawaii zurückführen kann. Matt King selbst erklärt in der Geschichte, dass seine Ur-Urgroßmutter Prinzessin Margaret Ke'alohilani eine der letzten direkten Nachkommen von König Kamehameha war. Sie verliebte sich in "ihren" Bankier Edward King, einen haole (hawaiianisch für weiß oder fremd). Daraus entwickelte sich schließlich über Generationen Matts Leben als Anwalt in Honolulu, der mit den Inseln, ihrer Kultur und Geschichte tief verwurzelt ist. Wie viele Hawaiianer ist er ein hapa-haole, ein Mischling aus Einheimischen und Weißen, der nie wirklich mit seiner kulturellen Identität klargekommen ist.

Durch diesen Aspekt wurde Hemmings Roman noch vielschichtiger. Denn so macht sich Matt nicht nur Gedanken, was seine Frau hinter seinem Rücken getan hat oder wie er seine Töchter allein großziehen soll, sondern auch darüber, wie sein Leben vielleicht von seinen hawaiianischen Vorfahren oder seinen eigenen Nachkommen gesehen und beurteilt werden könnte. Als das Buch 2009 veröffentlicht wurde, wurde es von der Kritik auf Anhieb gefeiert. Das ehrwürdige Wochenmagazin The New Yorker schwärmte davon, wie „virtuos Hemmings die Stimme ihres verwirrten Helden mittleren Alters fand und steuerte, wenn er zwischen Verbitterung und Sentimentalität schwankte und sich auf dem Weg nach Erlösung sogar über sich selbst lustig machte."

Als Hemming hörte, dass Alexander Payne Interesse daran zeigte, ihren Roman zu adaptieren, konnte sie es kaum glauben. „Ich bin vor Aufregung fast gestorben", erinnert sie sich mit einem Lachen. „Was soll ich sagen, er ist mein Lieblingsregisseur, ich liebe die Filme, die er dreht."

Nachdem sie für die Adaption von Kaui Hart Hemmings' Roman mit vielen Drehbuchautoren gesprochen hatten, entschieden sich die Produzenten der Produktionsgesellschaft Ad Hominem Enterprises für das Autorenduo Nat Faxon und Jim Rash. Faxon und Rash, wunderbare Schauspieler, die zum festen Inventar des Groundling Theater gehören, hatten mit THE WAY BACK ein viel bewundertes Drehbuch geschrieben. Dieses Skript deutete bereits an, dass sie mit wechselnden Erzähltönen zwischen Humor und Pathos umgehen konnten. Und das war die Voraussetzung für die Adaption von „The Descendants".

Jeder, der ihre elegante Adaption gelesen hatte, bewundert sie. Als sich aber Alexander Payne entschloss, bei diesem Projekt Regie zu führen, entschloss er sich, selbst das Drehbuch zu verfassen. Denn das war für ihn der beste Weg, einen persönlichen Zugang zu dem Stoff zu finden.

tmb Szenenbild 15(1400x933)(1)Video: © 2011 Twentieth Century Fox

In seiner Fassung fokussierte sich Payne auf zwei Reisen, die sich nahtlos ineinanderfügten – auf die Reise der King-Familie nach Kauai, wo sie sich auf die Suche nach Elizabeth Kings ahnungslosem Liebhaber begeben, und auf die Wallfahrt verschiedener Freunde und Verwandter ans Krankenbett von Elizabeth. Die im Koma liegende Elizabeth fungiert dort quasi als Auslöser großer Beichten, es kommen Geheimnisse und unterdrückte Gefühle an die Oberfläche, die sonst vielleicht nie enthüllt und gezeigt worden wären.

„Zu den vielen Dingen, die wir auf Hawaii gelernt haben, gehört auch die Tatsache, dass die Menschen ihre Wurzeln hier besser kennen, als an anderen Orten", erklärt Produzent Jim Burke. „Jeder weiß hier genau, wann seine Familie zum ersten Mal den Fuß auf hawaiianischen Boden setzte, manchmal reichen die Wurzeln bis zu sechs oder sieben Generationen zurück. Deshalb fühlen sie sich diesem Ort sehr eng verbunden. Das alles haben wir aus unseren Begegnungen mit echten Nachfahren dieser Urankömmlinge erfahren, viele von ihnen haben Land auf die gleiche Weise geerbt wie Matt."

Kaui Hart Hemmings war von der Adaption ihres Romans beeindruckt: „Ich machte mir über Alexanders kleine Änderungen keine Gedanken, denn den Ton meines Buchs hat er exakt getroffen, und genau das war mir wichtig. Er verstand genau, dass die Geschichte gleichzeitig komisch und traurig war. Mir gefiel es auch sehr, dass er so viel Zeit investierte, Hawaii wirklich kennen zu lernen."

Von Beginn an hielten es Payne und sein Produktionsteam für unverzichtbar, sich weit von den Wegen zu entfernen, die Touristen üblicherweise einschlagen und das authentische Hawaii kennen zu lernen, wie es nur die Einheimischen zu Gesicht bekommen. Als sie das schließlich taten, entwickelten sie ein feineres Verständnis dafür, welche Bedeutung der Begriff „Nachkomme" auf einer Insel hat, auf der Vorfahren schon immer ein wichtiges Bindeglied in die Gegenwartsgeschichte waren. Mit diesem Verständnis fiel es dann auch leicht, Matts Entwicklung in den Fokus zu rücken. Matt King erkennt, dass er die emotionale Verbindung zu sich selbst, seinen Wurzeln, zum Land seiner Vorfahren, seiner Vergangenheit aber auch zu seiner Zukunft verloren hat.

tmb Sondermotiv 28(1400x933)Shailene Woodley Foto: © 2011 Twentieth Century Fox

Hemmings verschaffte Payne auch einfühlsam Einblicke in die faszinierende Mischung aus amerikanischer und hawaiianischer Kultur, die das Leben auf den Inseln so durchdringt und inspiriert – von der Politik über die Traditionen bis hin zu Beziehungen. „Als wir für den Film auf die Inseln kamen", erinnert sich Produzent Burke, „wurde Hemmings zu einem sehr wichtigen Ansprechpartner für alle Fragen, denn das ist ihre Heimat, sie kennt diese Menschen. Sie stellte sicher, dass alles authentisch war. Gleichzeitig konnte Alexander jede seiner Ideen Kaui vorlegen, um sich zu versichern, dass sie zu diesen Figuren auch passten. Wir wollten ihre Geschichte unbedingt schützen, schließlich glaubten wir an sie."

„Wie Alexander Geschichten erzählt, ist absolut einzigartig", fährt Burke fort, der zusammen mit Jim Taylor bereits den fünften Film Paynes produziert. „Man muss nicht darauf aufmerksam gemacht werden, dass man gerade einen Film von Alexander Payne sieht. Trotzdem aber unterscheidet sich jeder seiner Filme voneinander. Meiner Ansicht nach entfernt sich THE DESCENDANTS am weitesten von seinen bisherigen Arbeiten. Klar, erzählt wird eine großartige Geschichte mit großartigen Charakteren. Was aber diesen Film von seinen anderen unterscheidet, ist der große Interpretationsspielraum, den er lässt. Keine der Figuren macht oder sagt das absolut Richtige oder Falsche. Diesen Film wird nicht jeder Zuschauer auf die gleiche Weise betrachten und beurteilen. Dieser Film erlaubt es dem Zuschauer, sich auf seine ganz individuelle Art einzubringen und Zugang zu der Geschichte zu finden."

 

Tags: payne  geschichte  alexander  hemmings  king  matt  hawaii  familie  
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