Autor: Kerstin Huch |
Mittwoch, den 01. September 2010 um 18:39 Uhr LeserbriefRückblick zur Regionalkonferenz in dieser Woche in der HavelstadtDie Konferenz machte eines deutlich: Gleichberechtigte Teilhabe mit anderen und Chancengleichheit sind Begriffe, die mit Leben erfüllt werden müssen Inklusion in den Herzen und Köpfen der Menschen, ein Ziel, zu dessen Erreichung eine behindertenpolitische Konferenz der Region - Havelland beitragen sollte. Diese fand am 30. August 2010 im Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses in Brandenburg an der Havel statt. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (BRK) wurde am 13. Dezember 2006 in New York verabschiedet und ist. In Deutschland seit März 2009 in Kraft. In dieser Konvention wurden Menschenrechte verankert. Diese müssen nun umgesetzt werden. Wie dieses in unserer Region auf den verschiedenen Ebenen erfolgen kann, darüber diskutierten rund 260 Vertreter von Betroffenenverbänden, Vertreter von Wohlfahrtsverbänden, Ministerien und Kommunen. Frau Dr. Tiemann, als höchste Repräsentantin der Gastgeberstadt richtete ein Grußwort an die Teilnehmer. Informierte u. a. darüber, dass in einer gemeinsamen Beratung mit dem Behindertenbeirat der Stadt die Erarbeitung von Handlungsleitlinien zu verschiedenen Lebensbereichen vereinbart wurde. Diese sollen dann in der Stadtverordnetenversammlung diskutiert und beschlossen werden. Bei Beschluss dieser Leitlinien wäre das eine Verpflichtung der Stadt auf dem Weg zur Umsetzung der BRK. “Normal ist verschieden”, dieses zu beherzigen, ist Anliegen der Landesregierung. Günter Baaske, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie (SPD), betonte in seinen Ausführungen, dass Inklusion auch heißt, dass Menschen mit Handicap selbstbestimmt ihr Leben gestalten und gleichberechtigt mit anderen am Leben in der Gesellschaft teilhaben können. Um dies zu erreichen, müssen Gesetze so formuliert werden, dass sie auch auf Personen in besonderen Lebenssituationen und mit besonderen Bedarf abgestimmt sind. Die Nutzung von “leichter Sprache” für Menschen mit Lernschwierigkeiten muss ein Bestandteil von Maßnahmeplänen sein, die vom Ministerium bis zum Jahr 2011 erarbeitet werden. In Kleingruppen diskutierten die Teilnehmer, wie “Inklusion” in den verschiedenen Gesellschaftsbereichen konkret gestaltet werden kann. Die Novellierung des Brandenburger Gleichstellungsgesetzes kann nur ein Schritt auf dem Weg zur Gleichbehandlung sein. Das Thema: “Behinderung” ist eine Querschnittsaufgabe, es tangiert alle Lebensbereiche. Deshalb ist auch die Aktualisierung von Sozialgesetzen und Gesetzen verschiedener anderer Gesellschaftsbereiche wie zum Beispiel Bildung und Bauen unerlässlich. Die Konferenz machte eines deutlich: Gleichberechtigte Teilhabe mit anderen und Chancengleichheit sind Begriffe, die mit Leben erfüllt werden müssen. Ein langer, schwieriger Weg liegt vor uns. Hier Stück für Stück voranzukommen, dafür sind alle verantwortlich, Staat und Zivilgesellschaft, jeder an seinem Platz und mit seinen Fähigkeiten. Die Beseitigung von Barrieren in den Köpfen der Menschen ist dafür Grundvoraussetzung. Nur dann ist das o. g. Ziel langfristig erreichbar. Ein großes Lob und Dankeschön gilt den Mitarbeitern und Mitgliedern der Lebenshilfe der Stadt Brandenburg, die mit kulturellen Beiträgen die Gäste erfreuten und für einen reibungslosen Ablauf der gastronomischen Versorgung sorgten. Kerstin Huch
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