Autor: Marco Petig |
Samstag, den 03. September 2011 um 19:07 Uhr OB-Wahl 2011OB-Kandidat Alfredo Förster (Die Linke) stellt sich vorWarum stellen Sie sich zur Wahl als Oberbürgermeister?
Dem hoch verschuldeten Stadthaushalt, geringer werdende Finanzzuweisungen, dem anhaltenden Bevölkerungsschwund sowie den damit verbundenen demografischen Verwerfungen in der Einwohnerstruktur, dem hohen Grad an Unterbeschäftigung und Kinderarmut in unserer Stadt, stehen dabei ungeahnte Potenziale aus dem im Gang gekommenen Stadtumbau, den überregionalen Projekten BUGA oder Weltmeisterschaft an der Regattastrecke, dem Tourismus, der Etablierung unserer Fachhochschule und aus dem Schaffen in der Kunst- und Kulturszene unserer Stadt gegenüber.
Als Oberbürgermeisterkandidat werde ich dabei vor allem.
Ich werde im Oberbürgermeisterwahlkampf mit den Versprechen gehen, diese 1000-jährige Stadt den Bürgern wieder zurückzugeben. Verwaltung und Politik sollten sich künftig darauf beschränken, ihren Job zu machen und den möglichst transparent und gut. Die Kommunalpolitik darf sich dabei nicht wie ein Krake in möglichst viele Bereiche einnisten und diese nach den jeweils vorhandenen Parteibüchern besetzten. In diesem Sinne brauchen wir in Brandenburg an der Havel ein neues Miteinander. Lebenslauf von Alfredo FörsterGeboren wurde ich in den frühen Morgenstunden des 22. August 1957 in Neustadt an der Dosse, einer Kleinstadt in der Prignitz. Dort, genauer gesagt in Spiegelberg, erlebte ich mit mehreren Geschwistern und einer liebevollen Oma meine Kindheit. Meine Eltern waren Arbeiter. Das Geld regelmäßig knapp. Ich besuchte die Polytechnische Oberschule in Neustadt/Dosse und anschließend die Erweiterte Oberschule in der damaligen Kreisstadt Kyritz. In diesen Jahren entwickelte sich mein großes Interesse an astronomischen Beobachtungen und kosmologischen Fragestellungen, welches mich bis heute zuweilen begleitet. 1976 schloss ich in den Rathenower Optischen Werken eine Facharbeiterausbildung als Brillenoptiker ab und arbeitete zunächst als Schleifer, Polierer und Lehrfacharbeiter in der dortigen Brillenglasproduktion. In dieser Zeit wurde ich zur Ableistung einer 18monatigen Grundwehrdienstzeit eingezogen. 1982 erhielt ich nach einer mehrjährigen Qualifikation die Urkunde als Meister in den Fachrichtungen Feinwerktechnik und Optik. Im Februar 1989 beendete ich ein Direktstudium an der Technischen Universität in Dresden als Diplomingenieurökonom. Unmittelbar nach dem Hochschulstudium, 1989/90 war ich in der SED-Kreisleitung - zuletzt als Abteilungsleiter – im Bereich für Agitation und Propaganda und später als Lokalredakteur bei der Märkischen Volksstimme tätig. 1991 beendete ich eine Zusatzqualifikation als Pharmareferent in der damaligen Hoechst AG in Frankfurt am Main. In diesem Beruf bin ich auch bis heute als Fachreferent für Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen tätig. Meine vielfältigen politischen Erfahrungen sammelte ich überwiegend in den ehrenamtlichen Tätigkeiten, beispielsweise als Kreisgeschäftsführer des Freidenkerverbandes, als Abgeordneter der Kreistage in Rathenow und im Westhavelland. Als Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender der SVV in Brandenburg an der Havel, als Vorsitzender vom Wirtschafts- und Hauptausschuss in Brandenburg an der Havel, als langjähriges Mitglied des Betriebsrates in einem Pharmakonzern oder als Aufsichtsrat in den Stadtwerken und im Klinikum Brandenburgs. Darüber hinaus engagierte und engagiere ich mich in diversen sozialen und politischen Vereinen und Gremien meines jeweiligen Wohnorts. Am 1. Dezember 2002 zog ich mit meiner Familie in ein Haus auf den Görden. Ich bin seit vielen Jahren glücklich verheiratet und habe 3 Söhne. In meiner Freizeit lese ich viel. Dabei schätze ich insbesondere die Literatur von Bertolt Brecht, Fjodor Dostojewskij und Thomas Mann sehr. Für ein Bild des spanischen Malers El Greco würde ich ein Vermögen ausgeben. Ich schwärme vom Wandern im nordvietnamesischen Bergland und der Begegnung mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Mit meiner politischen Arbeit und meinen Ansichten möchte ich seit Jahren auch anderen Mut machen, über Volkseigentum und Demokratie neu nachzudenken. Ich debattiere gern mit vielen Menschen darüber, wie viel Kritik Demokratie braucht, damit Menschen nicht entmutigt und entwürdigt werden. Mein Unbehagen an den Zuständen in dieser Stadt, in diesem Land und der Welt wird dabei hoffentlich auch nach einer Oberbürgermeisterwahl noch viele politisch Andersdenkende provozieren.
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