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    Autor: Marco Petig
  | Samstag, den 03. September 2011 um 19:07 Uhr

OB-Wahl 2011

OB-Kandidat Alfredo Förster (Die Linke) stellt sich vor

Warum stellen Sie sich zur Wahl als Oberbürgermeister?

tmb_FoersterAlfredo FörsterUnter dem Motto: Mut zum Miteinander – Original sozial, gilt es unsere Stadt auf die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte vorzubereiten. Als Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl 2011 zeige ich dafür Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und Augenmaß. Die äußeren Rahmenbedingungen sind dabei bereits gesetzt.

Dem hoch verschuldeten Stadthaushalt, geringer werdende Finanzzuweisungen, dem anhaltenden Bevölkerungsschwund sowie den damit verbundenen demografischen Verwerfungen in der Einwohnerstruktur, dem hohen Grad an Unterbeschäftigung und Kinderarmut in unserer Stadt, stehen dabei ungeahnte Potenziale aus dem im Gang gekommenen Stadtumbau, den überregionalen Projekten BUGA oder Weltmeisterschaft an der Regattastrecke, dem Tourismus, der Etablierung unserer Fachhochschule und aus dem Schaffen in der Kunst- und Kulturszene unserer Stadt gegenüber.

 

 

 

Als Oberbürgermeisterkandidat werde ich dabei vor allem.

  • die soziale Frage in der Stadt Brandenburg an der Havel im Fokus meiner Betrachtungen stellen. Hier gilt es insbesondere den Erhalt unserer über die Jahrzehnte gewachsenen, vielfältigen sozialen Infrastruktur zu sichern und nach modernen Gesichtspunkten anzupassen.
  • Ein zukunftsfähiges Brandenburg an der Havel muss die gleichberechtigte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger sichern. Eine transparente Arbeit unserer Stadtverwaltung ist dabei ebenso gefragt, wie die von mir geforderte Aufstellung eines Bürgerhaushaltes.
  • Einen großen Stellenwert wird für meine Arbeit eine stadtbezogene Umsetzung der im März 2009 ratifizierten UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Beeinträchtigungen einnehmen.
  • Ich setze auf eine veränderte Wirtschaftsförderung, mit dem vorrangigen Ziel, den bereits vorhandenen Bestand zu stärken und damit die vorhandenen Arbeitsplätze zu sichern und auszubauen.
  • Ich will neben der etablierten Kultur die freie Kultur- und Kunstszene in unserer Stadt langfristig zu sichern. Ich will der Kultur – wo immer das geht – Autonomie, Bestandsgarantie und Planungssicherheit geben.
  • Bei allen von der Stadt angebotenen Dienstleistungen muss die soziale Teilhabe und gesellschaftliche Integration gewährleistet bleiben. In diesem Sinne sollen die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt besser an den Gewinnen ihrer eigenen kommunalen Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften partizipieren können.
  • Brandenburgs Potenziale liegen in seinen Menschen. Brandenburg hat Tausende Bürgerinnen und Bürger, die sich engagieren, viele von ihnen im Ehrenamt, beispielsweise in Politik, Soziales, Kultur, Sport, Umwelt, Kirche oder auch Karneval. Dieses Engagement der Bürger hat eine unglaubliche Kraft. Meine Aufgabe ist es, ihnen für ihre oft stille Arbeit in den nächsten Jahren die allerbesten Rahmenbedingungen anzubieten.
  • Am Status der Kreisfreiheit der Stadt Brandenburg an der Havel gibt es nichts zu rütteln. Wir werden es aber lernen müssen, in der Zukunft mehr und besser mit anderen Gemeinden und Kreisen zusammenzuarbeiten.
  • Nicht zuletzt wird sich eine nachhaltige Stadtpolitik bereits in den nächsten 8 Jahren auch den Herausforderungen des Klimawandels stellen müssen. Weniger Beton – mehr Radwege und Grün ist dabei meine Devise. Dem Biotop Brandenburg an der Havel ist in diesem Zusammenhang eine zunehmende Aufmerksamkeit zu schenken.

Ich werde im Oberbürgermeisterwahlkampf mit den Versprechen gehen, diese 1000-jährige Stadt den Bürgern wieder zurückzugeben. Verwaltung und Politik sollten sich künftig darauf beschränken, ihren Job zu machen und den möglichst transparent und gut. Die Kommunalpolitik darf sich dabei nicht wie ein Krake in möglichst viele Bereiche einnisten und diese nach den jeweils vorhandenen Parteibüchern besetzten.

In diesem Sinne brauchen wir in Brandenburg an der Havel ein neues Miteinander.

Lebenslauf von Alfredo Förster

Geboren wurde ich in den frühen Morgenstunden des 22. August 1957 in Neustadt an der Dosse, einer Kleinstadt in der Prignitz. Dort, genauer gesagt in Spiegelberg, erlebte ich mit mehreren Geschwistern und einer liebevollen Oma meine Kindheit. Meine Eltern waren Arbeiter. Das Geld regelmäßig knapp.

Ich besuchte die Polytechnische Oberschule in Neustadt/Dosse und anschließend die Erweiterte Oberschule in der damaligen Kreisstadt Kyritz.

In diesen Jahren entwickelte sich mein großes Interesse an astronomischen Beobachtungen und kosmologischen Fragestellungen, welches mich bis heute zuweilen begleitet.

1976 schloss ich in den Rathenower Optischen Werken eine Facharbeiterausbildung als Brillenoptiker ab und arbeitete zunächst als Schleifer, Polierer und Lehrfacharbeiter in der dortigen Brillenglasproduktion. In dieser Zeit wurde ich zur Ableistung einer 18monatigen Grundwehrdienstzeit eingezogen.

1982 erhielt ich nach einer mehrjährigen Qualifikation die Urkunde als Meister in den Fachrichtungen Feinwerktechnik und Optik. Im Februar 1989 beendete ich ein Direktstudium an der Technischen Universität in Dresden als Diplomingenieurökonom.

Unmittelbar nach dem Hochschulstudium, 1989/90 war ich in der SED-Kreisleitung - zuletzt als Abteilungsleiter – im Bereich für Agitation und Propaganda und später als Lokalredakteur bei der Märkischen Volksstimme tätig.

1991 beendete ich eine Zusatzqualifikation als Pharmareferent in der damaligen Hoechst AG in Frankfurt am Main. In diesem Beruf bin ich auch bis heute als Fachreferent für Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen tätig.

Meine vielfältigen politischen Erfahrungen sammelte ich überwiegend in den ehrenamtlichen Tätigkeiten, beispielsweise als Kreisgeschäftsführer des Freidenkerverbandes, als Abgeordneter der Kreistage in Rathenow und im Westhavelland. Als Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender der SVV in Brandenburg an der Havel, als Vorsitzender vom Wirtschafts- und Hauptausschuss in Brandenburg an der Havel, als langjähriges Mitglied des Betriebsrates in einem Pharmakonzern oder als Aufsichtsrat in den Stadtwerken und im Klinikum Brandenburgs. Darüber hinaus engagierte und engagiere ich mich in diversen sozialen und politischen Vereinen und Gremien meines jeweiligen Wohnorts.

Am 1. Dezember 2002 zog ich mit meiner Familie in ein Haus auf den Görden. Ich bin seit vielen Jahren glücklich verheiratet und habe 3 Söhne. In meiner Freizeit lese ich viel. Dabei schätze ich insbesondere die Literatur von Bertolt Brecht, Fjodor Dostojewskij und Thomas Mann sehr. Für ein Bild des spanischen Malers El Greco würde ich ein Vermögen ausgeben. Ich schwärme vom Wandern im nordvietnamesischen Bergland und der Begegnung mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen.

Mit meiner politischen Arbeit und meinen Ansichten möchte ich seit Jahren auch anderen Mut machen, über Volkseigentum und Demokratie neu nachzudenken. Ich debattiere gern mit vielen Menschen darüber, wie viel Kritik Demokratie braucht, damit Menschen nicht entmutigt und entwürdigt werden. Mein Unbehagen an den Zuständen in dieser Stadt, in diesem Land und der Welt wird dabei hoffentlich auch nach einer Oberbürgermeisterwahl noch viele politisch Andersdenkende provozieren.

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Tags: stadt  brandenburg  havel    sichern  kultur  arbeit  bürger  Marco Petig  
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